Hätten wir damals nach den Rücktritten von HK und Axel Weber (damaliger Chef der Dt. Bundesbank) hellhörig werden müssen? Hätten wir diese Rücktritte als langfristige Warnsignale ansehen müssen?
Kurz nach dem Rückzug Axel Webers aus seinem Präsidentamt, trat auch Horst Köhler von seinem Amt als Bundespräsident zurück. Die offizielle Begründung in den Massenmedien besagte, dass für diese Entscheidung die massive öffentliche Kritik an seinem Interview im Deutschlandradio ursächlich sei (in welchem Köhler über die Einsätze der Bundeswehr auch zum Schutz von Wirtschaftsinteressen nachgedacht hatte).
Als Horst Köhler seinen Rücktritt bekanntgab, sagte er: „Diese Kritik entbehrt jeder
Rechtfertigung. Sie lässt den notwendigen Respekt für mein Amt vermissen.“
Meine persönliche Mutmaßung: Ich bin fest davon überzeugt, dass es für den Rücktritt Köhlers einen anderen (viel wichtigeren) Grund gab. Die deutsche Bundesregierung drängte Köhler ganz massiv, das mehr als fragwürdige Euro-Rettungspaket zu unterzeichnen.
Man kann es auch so ausdrücken: Ihm wurde - bildlich gesprochen - die Pistole auf die Brust gesetzt, das Rettungspaket zu unterzeichnen. Der frühere Präsident des Deutschen Sparkassenverbandes wusste, dass eine Verweigerung für sein Leben extrem gefährlich sein würde (er erinnerte sich an die Schicksale von früheren EU- und Euro-Gegnern, wie etwa Jörg Haider und die polnische Regierung; in beiden Fällen kam es bedauerlichen „Unfällen“).
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